Materielle Zeugnisse und Spuren Ghetto Theresienstadt 1941-1945

1941 verschwand eine komplette Stadt in einem Federstrich von der Landkarte: Die tschechische Kommune Terezín wich auf Befehl der deutschen Besatzungsmacht einem Lager für jüdische Häftlinge: dem Ghetto Theresienstadt. Alle Bewohner wurden zwangsweise ausgesiedelt, Gebäude und Flächen dienten bis 1945 als Sammel- und später Durchgangslager für mehr als 140.000 Menschen aus Tschechien, dem Deutschen Reich und anderen Ländern Europas.

Als so genanntes Vorzeigelager spielte Theresienstadt außerdem eine bedeutende Rolle in der nationalsozialistischen Propaganda. Obwohl nach dem Krieg die tschechische Bevölkerung zurückkehrte und die Stadt seitdem kontinuierlich wieder bewohnt ist, sind bis heute unverkennbare Spuren der Ghettozeit – zum Beispiel Wandmalereien, Graffiti und Ausstattungsgegenstände – erhalten geblieben. Auch der Umstand, dass die gesamte Anlage in ihrem baulichen Zustand nahezu unverändert geblieben ist, macht sie zu einem einmaligen Zeugnis der Shoa.

Doch die Relikte der Vergangenheit sind bis auf wenige Ausnahmen weder dokumentiert noch gesichert – und Verwitterung und Vandalismus sind eine wachsende Bedrohung. Daher will der Verein der Freunde und Förderer von Theresienstadt e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadtplanerin und Autorin Uta Fischer die Spuren aus der Ghettozeit auf einer Website der Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Initiatoren möchten durch das Projekt auf die Funde aufmerksam machen, das heutige Terezín als internationalen Gedenkort und dauerhafte Dokumentationsstätte des Holocaust positionieren und die deutsch-tschechische Zusammenarbeit intensivieren.

Projektleitung: Uta Fischer
Mitwirkende: Carol Bayer (CZ), Thomas Danzl, Roland A. Wildberg
Kooperationspartner: Stadt Terezín (CZ), Theresienstädter Initiative (CZ), Gedenkstätte Terezín (CZ), Militärhistorischer Verein Festung Terezín (CZ)

Projektbeginn: Juni 2014

Kontakt:
WILDFISCH
Uta Fischer
PF 73 01 27
13086 Berlin
fischer[at]wild-fisch.de

Das Projekt wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, der Stiftung Erinnerung Verantwortung und Zukunft und vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.

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